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   Das Naturerbe Rumäniens

 

Rumänien liegt im Südosten Europas auf einer Fläche von 237.500 qkm zwischen den Koordinaten 43° 37´ 07´´ und 48° 15´ 06´´ im Norden, und 20° 15´ 44´´ und 29° 41´ 24´´ im Osten. Das Land breitet sich bis in die Mitte der

Balkanhalbinsel
aus und es nimmt den größten Teil des Niederdonaubeckens und die hügeligen östlichen Gebiete des Mitteldonaubeckens ein. Rumänien befindet sich an beiden Seiten der Karpaten.

Rumänien
ist das Land der biologischen Vielfalt (Ökosysteme, Arten und genetische Vielfalt). Ein großer Anteil (47%) der Landesfläche ist mit natürlichen und halbnatürlichen Ökosystemen bedeckt. Da sich fast in der Hälfte der Wälder Rumäniens (13% des Landes) Stauseen befinden, besitzt das Land eine der größten Flächen mit unberührten Wäldern in Europa. Die natürliche Einheit der rumänischen Wälder verdankt das Land dem Auftreten einer mannigfaltigen europäischen Fauna. Braunbären und Wölfe sind für diese Tierwelt bezeichnend, ihre Anzahl beläuft sich auf 60%, bzw. 40% aller Arten Europas. In Rumänien kann man Europas größtes Moorland, das Donaudelta, entdecken. Zu den Naturreichtümern und zur Mannigfaltigkeit des Landes zählen auch große Steppen, zahlreiche Höhlen und wasserreiche Flüsse.
Das Vorkommen dieser biologischen Vielfalt verdankt Rumänien dem Treffpunkt der biogeographischen Gebieten. Es gibt fünf biogeographische Gebiete in Europa, die alle auch in Rumänien vertreten sind. Alle diese Gebiete (Festlandgebiete, Alpingebiete, Steppenland, die pannonischen Gebiete und das Schwarze Meer) gelten als einzigartig in Europa. Rumänien verdankt die Vielfalt der Pflanzen- und Tierwelt seiner geographischen Lage, so sind über 3.700 Pflanzen- und über 33.802 Tierarten vetreten.

Das Klima:
gemäßigt. Im allgemeinen hat Rumänien ein gemäßigtes Klima mit verschiedenen Charakteristiken. In einigen Gebieten ist eine hohe Feuchtigkeit und eine niedrige Wärme typisch. In anderen Regionen verursacht das trockenere Klima eine größere Wärme. Im südlichen und westlichen Teil Rumäniens ist der Einfluß des subtropischen Klimas schon spürbar. Die jährliche Durschnittstemperatur beträgt 8-10°C, mit frostigen Wintern (-3° bis -4°C) und warmen Sommern (21 bis 22°C). Im Der Durchschnittswert der jährlichen Niederschläge beträgt 637 mm. Diese können zwischen 400-500 mm (in der Rumänischen Ebene, in der Dobrudscha und im Donaudelta) betragen, bzw. im Gebirge zwischen 1.000 -1.400 mm variieren.



Die Dobrudscha liegt im östlichen Teil Rumäniens, zwischen dem Schwarzen Meer und der Donau. Seine charakteristische Steppenlandschaft ist von Seen, Lagunen, Waldflecken und von Felsen gefärbt. Sanddünen, breite Sandstrände und einige Seen befinden sich entlang der Schwarzmeerküste. Im Nordwesten der Dobrudscha liegt das Măcin Gebirge, das die älteste geographische Struktur des Landes, mit einzigartiger Pflanzen- und Tierwelt darstellt.
Das Donaudelta liegt im Norden der Dobrudscha und bedeckt eine Fläche von ungefähr 5.054 qkm, davon gehören Rumänien 4.536 qkm. Nach dem Volgadelta ist es das größte Delta Europas, mit den breitesten Schilffeldern der Welt (Phragmiten). Mit seinen endlosen Kanälen und über 450 Seen ist das Donaudelta eine der berühmtesten Naturschönheiten Europas. Dieses einzigartige Gebiet beherbergt viele gefährdete Vogelarten und ist gleichzeitig der Brutort von Millionen von Vögeln, das ganze Jahr lang.

Die Karpaten nehmen die Form eines Bogens ein und bedecken 31% der Gesamtfläche des Landes. Der höchste Gipfel ist Moldoveanu (2.544 m), im Fogarasch Gebirge. Das ganze Gebirge ist aufgrund der Eichen- und Buchenwälder, der Weiden und Felsenwände berühmt. Im Herzen des Karpatenbogens liegt Siebenbürgen, das mit Hügeln umgeben und reich an Eichenwäldern, Moorland und Felsklammen ist.

Biologische Vielfalt

Es gibt insgesamt 3.700 Pflanzenarten in Rumänien, von denen 23 Pflanzenarten zum Naturerbe des Landes gehören. 39 Pflanzenarten sind gefährdert, 171 Pflanzenarten werdern als bedroht betrachtet und schließlich gehören 1.256 Pflanzen zu den selten vorkommenden Arten (gemäß der 1994 von der rumänischen Akademie ausgearbeiteten Liste der gefährdeten Pflanzen Rumäniens). Die für das Steppenland charakteristischen Pflanzenarten umfassen 37% der Pflanzenarten insgesamt. Außerdem gibt es ungefähr 600 Algenarten und über 700 Meerespflanzen. Eine große Anzahl der Pflanzen (4%) ist endemisch. Es gibt insgesamt 57 endemische Taxa (Arten und Unterarten) und 171 unterendemische Taxa (sie befinden sich hauptsächlich in Rumänien). 75% der endemischen und unterendemischen Pflanzen kommen in den Karpaten vor. Die wichtigsten endemischen Orte für die Pflanzen befinden sich in dem Rodna, Bistriţa-Ceahlău, Bucegi-Piatra Craiului, Retezat-Godeanu Gebirge. Viele Teile dieser Gebirgsmassive wurden zu Nationalparks erklärt.
Außer der reichen Pflanzenwelt besitzt Rumänien eine Vielfalt von gefährdeten Tierarten. Die erwähnenswertesten sind: die Bären, Wölfe und Luchse. Die Besiedlung des Landes mit diesen Tieren ist die höchste in ganz Europa.

Außer den Raubtieren hat Rumänien über 33.802 weitere Tierarten in Hülle und Fülle, davon sind 33.085 wirbellose Tiere und 717 sind Wirbeltiere. Die Wirbeltiere umfassen eine Anzahl von 191 Fischarten, 20 Lurcharten, 30 Reptilien, 364 Wander –und Nestvögel und 102 Säugetiere.